Datum: 3. März 2026 um 14:21 Uhr
Einsatzart: ET3BA – Engelbergtunnel Stufe 3
Einsatzort: Engelbergtunnel BAB 81
Fahrzeuge: KdoW, ELW 1, HLF 20-1, GW-R/U, LF 10, GW-T, MTW 1, MTW 2
Weitere Kräfte: Bürgermeister Herr Oestringer, DRK OV Gerlingen, Feuerwehr Ditzingen, Feuerwehr Hemmingen, Feuerwehr Korntal-Münchingen, Feuerwehr Leonberg, Feuerwehr Ludwigsburg, Feuerwehr Schwieberdingen, THW Leonberg


Einsatzbericht:

LKW-Brand löst Großalarm im Engelbergtunnel aus. Beim Eintreffen der Gerlinger Einsatzkräfte stand ein Auflieger eines LKW in der Weströhre in Fahrtrichtung Leonberg in Vollbrand.

Umgehend wurde aufgrund der bestätigten Lage die Alarmstufe erhöht und zahlreiche weitere Kräfte umliegender Feuerwehren sowie anderer Hilfsorganisationen nachgefordert. 

Sofort wurden durch die Gerlinger Einsatzkräfte zwei Löschrohre zur Brandbekämpfung vorgenommen. Parallel wurde die abgekuppelte Zugmaschine kontrolliert, in welcher noch der Fahrer und ein weiterer Lkw-Fahrer saßen. Diese wurden durch Gerlinger Feuerwehrangehörige mit Brandfluchthauben ausgestattet und aus dem Tunnel gerettet. Im Anschluss wurden beide Personen mit einer Rauchgasvergiftung dem Rettungsdienst zugeführt.

Ca. 8 Tonnen Kühlschränken befanden sich als Ladung auf dem Auflieger was zu einer hohen Brand- und starken Rauchentwicklung führte und eine erhebliche Gefährdung der Verkehrsteilnehmenden im Tunnel darstellte, weshalb ein schnelles Eingreifen der Feuerwehr notwendig war und auch zielgerichtet erfolgte. Konkret leitete die Feuerwehr umfangreiche Löschmaßnahmen sowie die Evakuierung der Tunnelröhren ein. Insgesamt wurden 4 Löschrohre eingesetzt.

Zu Spitzenzeiten waren 28 Löschfahrzeuge und 170 Feuerwehrkräfte an den beiden Tunnelportalen Nord und Süd eingesetzt. Zur Entrauchung kam zusätzlich auch ein Löschunterstützungsfahrzeug mit Kettenantrieb zum Einsatz. 

Die Löschmaßnahmen zeigten Wirkung und es konnte eine rückläufige Rauchentwicklung festgestellt werden. Das Feuer war gegen 15.20 Uhr unter Kontrolle allerdings mussten bis in den späten Abend umfangreiche Nachlöscharbeiten und Kühlmaßnahmen durchgeführt werden.

Durch den Regelrettungsdienst und die ehrenamtlichen Komponenten, die ebenfalls mit über 100 Kräften im Einsatz war, wurden 35 Personen als betroffen registriert. Davon wurden zwei Personen mit Rauchgasvergiftungen sowie kleineren Verletzungen in umliegende Krankenhäuser gebracht. Die betroffenen 33 Personen mussten nach ärztlicher Sichtung nicht weiter behandelt werden. 

Die Einsatzleitung wurde mit Erhöhung der Alarmstufe auf der Feuerwache Leonberg eingerichtet und der Organisationen übergreifende Führungsstab in Dienst gesetzt. Die beiden Kreisbrandmeister der Landkreise Böblingen und Ludwigsburg, Martin Amler und Andy Dorroch, sowie der Bezirksbrandmeister Adrian Wibel haben sich in der Einsatzleitung ein Bild von der Lage gemacht. Zur Führung des Einsatzes waren bis zu 30 Führungskräfte aus den Führungsgruppen beider Landkreise eingesetzt. 

Bezirksbrandmeister Adrian Wibel: „Der landkreisübergreifende Alarmplan hat reibungslosfunktioniert. Die Einsatzkräfte haben zielgerichtet agiert und Menschen aus den Tunnelröhren gerettet. Künftig wird es weiterhin wichtig sein, die Einsatzplanung mit den heutigen Erkenntnissen weiter zu optimieren.“ 

Zur Bergung der Beladung sowie zur Unterstützung der Bergung des ausgebrannten Lkw-Aufliegers wurde das Technische Hilfswerk hinzugezogen und war mit rund 30 Kräften im Einsatz. Hier kamen auch ein Radlader sowie Wechselladerfahrzeuge zum Einsatz. 

Parallel wurde ein Hygienekonzept für die eingesetzten Kräfte aufgebaut. Um kurz nach 16.00 Uhr wurde zudem das Virtual Operations Support Team Baden-Württemberg zur Analyse der Medienlage angefordert. 

Durch das Polizeipräsidium Ludwigsburg wurden umfangreiche Maßnahmen zur Verkehrslenkung umgesetzt. Die Polizei war mit großem Kräfteeinsatz vor Ort. 

Leonbergs Oberbürgermeister Tobias Degode sowie Gerlingens Erster Beigeordneter Stefan Altenberger machten sich vor Ort ein Bild vom Schadensausmaß. 

Oberbürgermeister Tobias Degode: „Die heutige Lage hat einmal mehr gezeigt, wie verlässlich und professionell unsere Einsatzkräfte arbeiten. Mein ausdrücklicher Dank gilt der Feuerwehr, der Polizei, dem Technisches Hilfswerk, den Rettungsdiensten, der Autobahn GmbH sowie den städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Leonberg und Gerlingen. Die hervorragende überörtliche Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen hat entscheidend dazu beigetragen, die Lage schnell unter Kontrolle zu bringen und Schlimmeres zu verhindern. Dieses gemeinsame, abgestimmte Handeln über Stadt- und Zuständigkeitsgrenzen hinweg ist keine Selbstverständlichkeit und verdient höchste Anerkennung. Allen Betroffenen wünsche ich im Namen der Stadt eine schnelle und vollständige Genesung.“

Ein Führungs- und ein Löschfahrzeug der Gerlinger Feuerwehr blieb bis zum Bergen des ausgebrannten Aufliegers bis gegen 22:45 Uhr vor Ort, um eventuelle Glutnester rasch ablöschen zu können.

Die Weströhre von Ludwigsburg kommend in Richtung Leonberg bleibt bis auf weiteres gesperrt.

Das Wiederherstellen der Einsatzbereitschaft und die Reinigung der eingesetzten Materialen, Fahrzeuge und der Schutzausrüstung dauerte bis 23:15 Uhr.

Während der Einsatzmaßnahmen wurde auf den verwaisten Feuerwachen eine Wachbesetzung für eventuelle Paralleleinsätze eingerichtet. Insgesamt waren fast 400 Einsatzkräfte aller Hilfsorganisationen im Einsatz.

Text: FFG D. Blos und Pressestelle Stadt Leonberg L. Fendrich

Bilder: FFG, Nils Reeh, Joachim Straub, Andreas Rometsch