Feuerwehr der Stadt Gerlingen

22.02.2019 | 141. Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Gerlingen


"Kein Einsatz war Routine"

Bei der 141. Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Gerlingen standen neben den Berichten wie immer zahlreiche Beförderungen und Ehrungen auf der Tagesordnung - eine sogar für 50 Jahre Mitgliedschaft in der Gerlinger Wehr.

Zur 141. Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Gerlingen konnte Kommandant Andreas Kasper neben den Mitgliedern der Einsatz- und der Altersabteilung zahlreiche Gäste begrüßen. Unter ihnen weilten neben Bürgermeister Georg Brenner, der Ersten Beigeordneten Martina Koch-Haßdenteufel und dem Vertreter des Bezirks VII im Kreisfeuerwehrverband Ludwigsburg und Kommandant der FF Ditzingen, Peter Gsandner zahlreiche Vertreter des Gemeinderates, der Verwaltung, und des DRK.

Bericht des Kommandanten

"Statistisch gesehen haben wir das Jahr 2018 relativ ruhig erlebt", hielt Kommandant Kasper eingangs seiner Ausführungen fest. Insgesamt wurde die Wehr zu 133 Einsätzen alarmiert, darunter 67 Hilfeleistungen, 30 Brände, drei Mal wurde Überlandhilfe geleistet und es gab auch wieder einige Fehlalarme.

Die Feuerwehr habe bei den Einsätzen Menschen aus den Tiefen von Baugruben und den Höhen von Kränen gerettet, Mülleimer-, Fahrzeug- und den Brand einer Baustelleneinrichtung gelöscht und anderes mehr. "Kein Einsatz war Routine", so Kasper. Routine sei lediglich das Alarmieren und Abrücken. Was dann komme, sei häufig eine Fahrt ins Unbekannte. Damit an der Einsatzstelle alles Hand in Hand gehe, sei eine Vielzahl von Übungs- und Ausbildungsstunden und unzählige Abstimmungsgespräche nötig. Auf dem Programm der Gerlinger Wehr stand eine Tunnelübung in der Schweiz, Übungseinsätze im Heißbrandcontainer und vieles mehr. "Daraus entwickelt sich ein eingespieltes Handeln, gleiches Denken und daraus wiederum ein zielgerichtetes Handeln - schnell, sicher und zuverlässig", betonte der Kommandant.

Für die Abwicklung dieser Einsätze und Übungen bedürfe es einer Vielzahl an Gerätschaften und Räumen sowie einer ständigen Anpassung an die Technik. So sei im vergangenen Jahr der Umbau der Nachrichtenzentrale in Angriff genommen worden. "Wir sind dabei in das Stadium des Provisoriums übergegangen. Provisorien zu betreiben ist die Kunst der Feuerwehren", hielt Kasper fest. Und weiter: "Vergaberichtlinien schützen uns leider zuverlässig davor, etwas zu Ende zu bringen."

Kasper betonte weiter wie wichtig es sei, zur Sicherheit der Feuerwehrangehörigen Schutzzonen einzurichten und Lagerflächen zur Trennung von kontaminiertem und gereinigtem Einsatzmaterial. Momentan sei gezwungenermaßen noch alles gemischt. "Der Grobreinigungsplatz vor der Wachhalle ist den Vorschriften zum Opfer gefallen und fehlt. Dafür kontaminieren wir die Waschhalle mit Schmutz von der Einsatzstelle. Kurz wir können die verunreinigten Einsatzmittel nicht ordnungsgemäß getrennt von den gereinigten Einsatzmitteln lagern." Schon die regelgerechte Unterbringung der Einsatzspinde und zugehörige geschlechtergetrennte Sanitärräume würden das Erdgeschoss des Verwaltungsbaues völlig verändern, so Kasper weiter.

Der Kommandant berichtete weiter, dass im vergangenen Jahr ein neuer Kommandowagen und ein Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF 20) in Dienst genommen werden konnten. Ein neuer Einsatzleitwagen könne 2019 in Dienst gestellt werden. Erneuert worden sei im vergangenen Jahr auch die Heizung im Feuerwehrhaus. Dafür gebühre der Verwaltung und dem Gemeinderat großer Dank. Kasper berichtete weiter, dass die Gerlinger Wehr bei Einsätzen und Ausbildungen selbst eine Kinderbetreuung einrichte. "Wir reden nicht darüber, wir tun es einfach."

Natürlich wies der Kommandant auch auf die weiteren Aktivitäten der Feuerwehr im vergangenen Jahr hin, wie den Tag der offenen Tür, eine Bergwanderung und eine Skiausfahrt, etc.
"Feuerwehr ist vielschichtig, fordert Können und Wissen auf vielen Gebieten und von allen Beteiligten. Wir sind im Stande, unser Wissen zusammen zu fügen. Wir können es uns aber nicht aussuchen, wann und zu welchem Zeitpunkt wir gefordert sind. Für die Bereitschaft, zu jeder Tages- und Nachtzeit uneingeschränkt Hilfe zu leisten möchte ich mich bei allen Angehörigen unserer Feuerwehr bedanken", schloss der Kommandant seine Ausführungen.

Bericht des Jugenwartes

Jugendwart Robin Ehmann berichtete, dass in der Gerlinger Jugendfeuerwehr derzeit 19 Jugendliche aktiv sind, fünf Mädchen und 14 Jungs. Im vergangenen Jahr habe man sieben Neuzugänge begrüßen können. Die Jugendfeuerwehr hat sich zu 33 Übungsabenden getroffen, bei denen Löschangriffe sowie technische Hilfeleistung geübt, Fahrzeug- und Gerätekunde betrieben, Knoten und Stiche oder auch Erste Hilfemaßnahmen gelernt wurden. Häufig sei der Bereich des Schulzentrums als Übungsplatz genutzt worden, was immer wieder Zuschauer angelockt habe. Ehmann berichtete weiter, dass bei der Christbaumsammelaktion im vergangenen Jahr mit 898 Bäumen ein neue Rekord aufgestellt wurde. Man sei mit Sammelfahrzeugen im Stadtgebiet unterwegs gewesen. Natürlich habe die Jugendfeuerwehr auch an den Tagen der offenen Tür teilgenommen und unter anderem bei einer Schauübung ihr Können gezeigt.
Nach seinem ersten Jahr als Jugendwart könne er feststellen, dass die Gerlinger Jugendfeuerwehr sehr gut da steht, freut sich Ehmann. Alle Jugendlichen seien mit viel Elan dabei und auf seine Jugendleiter könne er sich immer verlassen. Der Jugendwart stellte weiter fest, dass heute 47 Prozent der Mitglieder der Einsatzabteilung aus der eigenen Jugendfeuerwehr kommen. Dass dies auch zukünftig so bleibt, wolle man auch dieses Jahr wieder die Werbetrommel rühren. Wer Interesse habe, bei der Jugendfeuerwehr mitzumachen, könne einfach bei den Übungsabenden - immer montags außerhalb der Ferien von 18 bis 20 Uhr - vorbeikommen.

Bericht der Altersabteilung

Der Leiter der Alterswehr, Günther Heck, berichtete wie immer sehr humorvoll über die Aktivitäten der Altersabteilung. Von den derzeit 30 Mitgliedern der Altersabteilung seien rund zwölf bis 15 Kameraden regelmäßig bei den Aktivitäten dabei. Dazu zählen wie schon in den Vorjahren der vom Kreisfeuerwehrverband veranstaltete "Besentag", ein Besuch der Landeswasserversorgung in Lauingen oder auch ein Besuch des Thyssen Turms in Rottweil. Nicht unerwähnt ließ Heck auch das traditionelle Schlachtfest auf dem Grundhof bei Familie Sickinger. Bei der Versammlung der Altersabteilungen des Landkreises in Heimerdingen bei dem Thomas Bayha zum neuen Kreisvorsitzenden gewählt worden sei.

Bericht des Partnerschaftsbeauftragten

Über die partnerschaftlichen Treffen mit den?Feuerwehren in Vesoul und Tata berichtete der Partnerschaftsbeauftragte Ulrich Mogck. Mit den Vesouler Freunden habe es zwei Begegnungen gegeben. Einmal im Rahmen der großen Partnerschaftskommission und dann beim Straßenfest. Für dieses Jahr sei erstmals ein Halbwegetreffen im Elsass oder im Schwarzwald geplant und natürlich seien die Kameraden aus Vesoul auch wieder zum Straßenfest eingeladen. Das Treffen mit den Feuerwehrkameraden aus Tata habe in diesem?Jahr in Tata stattgefunden, so Mogck weiter. Auf dem Programm stand ein Ausflug nach Budapest mit Besichtigung der Berufsfeuerwehr, der zoologischen Anlage sowie die Fischerbastei. Dieses Jahr werden die Kameraden aus Tata wieder nach Gerlingen kommen. Abschließend lud Mogck die jüngeren Feuerwehrkameraden ein, sich bei den partnerschaftlichen Veranstaltungen einzubringen. "Wir würden uns sehr darüber freuen", so Mogck.

Bericht des Kassiers

Kurz und bündig fiel der Bericht des Kassiers Björn Schweda aus. Bei der Prüfung der Kasse habe es keine Beanstandungen gegeben, hielt Kassenprüfer Matthias Maisch fest. Die von ihm beantragte Entlastung erfolgte einstimmig.

Ehrungen

Geehrt wurden Florian Häusser für zehn Jahre aktiven Dienst mit dem Ehrenzeichen der Feuerwehr Gerlingen in Bronze, Dennis Blos, Andreas Fänger, Marco Grund, Steffen Keller, Robert Moll, Tobias Müller, Ralf Scheck, Stefan Schindler, Rolf Schneider, Alexander Schopf, Christoph Schopf, Sören Sprang und Fabian Tschinkel für mindestens 15 Jahre aktiven Dienst mit dem neu eingeführten Landesfeuerwehrabzeichen in Bronze, Marcus Mohr, Dennis Blos und Steffen Keller für 20 Jahre aktiven Dienst mit dem Ehrenzeichen der Feuerwehr Gerlingen in Silber, Jürgen Rometsch für 40 Jahre aktiven Dienst mit dem Landesfeuerwehrabzeichen in Gold, Rainer Siegle und Ulrich Mogck für 40 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr mit dem Ehrenzeichen der Feuerwehr Gerlingen in Gold, Albrecht Sickinger für 45 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr und Werner Schwarz für 50 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr.

Beförderungen

Ferner standen auch wieder einige Beförderungen an. Zum Feuerwehrmann/frau auf Probe in die Wehr aufgenommen wurden Julia Faust und Andreas Wiegand, Zum Feuerwehrmann ernannt wurden Federico Orozco und Luis Paul, zum Oberfeuerwehrmann befördert wurden Johannes Fahr, Florian Gerstner, Renè Jost, Matthias Kleyer, Jürgen Maisch, Lukas Piesker, Björn Schweda, Alexander Wacker, Aaron Zahn und David Zentner, zum Oberlöschmeister Christoph Schopf, zum Oberbrandmeister Stefan Schindler und zum Hauptbrandmeister Dennis Blos.

 

Grußwort von Bürgermeister Georg Brenner

Eingangs seines Grußwortes beglückwünschte Bürgermeister Brenner alle Geehrten und Beförderten. Die Ehrungen und Beförderungen hätten gezeigt, dass die Gerlinger Wehr eine schlagkräftige Truppe aus jungen und erfahrenen Kräften sei. Bei der Vielzahl an Einsatzfeldern, mit der es die Feuerwehr zu tun habe, sei das auch wichtig. In den letzten 14 Tagen habe er selbst erlebt, wie vielfältig die Arbeit ist - bei einem Brandmelderalarm im Rathaus, den glücklicherweise nur ein Wasserkocher verursacht habe, bei der Befreiung eines Jungen aus dem steckengebliebenen Aufzug in der Tiefgarage oder der Rettung einer Vierjährigen, die im Treppenhaus gestürzt war. Für die Bereitschaft zu jeder Zeit und bei allen Einsatzanforderungen auszurücken und Hilfe zu leisten, gebühre den Feuerwehrleuten Respekt und Anerkennung. Verwaltung und Gemeinderat seien sich bewusst, dass für das Übungs- und Einsatzgeschehen die nötigen Voraussetzungen geschaffen werden müssen. Dazu zähle die Anschaffung der benötigten Fahrzeuge, aber auch die Bereitstellung der benötigten Räumlichkeiten. Kommandant Kasper habe in seinem Bericht aufgezeigt, welche Herausforderungen hier in nächster Zeit zu meistern sind. Manches sei in der Vergangenheit schon gelöst worden. Offen seien aber noch die Trennung der Umkleideräume und das Thema Schwarz-Weiß-Trennung. Das werde in absehbarer Zeit Thema auf der Agenda des Gemeinderates sein. Im April werde der neue Feuerwehrbedarfsplan festgeschrieben. Der Bedarfsplan werde zeigen, welche Maßnahmen mit Mitteln im Haushalt abgedeckt werden müssen. Auch die Frage, wie die Anforderungen räumlich gemeistert werden können, sei zu klären. Wenn nötig, müssten auch bauliche Veränderungen vorgenommen werden. Das alles koste natürlich Geld, aber das sei bisher nie ein Ausschlusskriterium gewesen. "Wir wissen, dass wir verpflichtet sind, solche Investitionen zu tätigen", so Brenner. Das Stadtoberhaupt hielt weiter fest, dass die Berichte auch gezeigt hätten, dass in der Gerlinger Wehr die Kameradschaft gepflegt wird. In der Wehr eine gute Stimmung zu haben, sei wichtig. Abschließend dankte Brenner noch einmal allen Feuerwehrangehörigen auch im Namen des Gemeinderates, der Verwaltung und der Gerlinger Bevölkerung und wünschte ihnen, dass sie immer gesund von ihren Einsätzen zurückkehren.

Grußwort des Vertreters des KFV Ludwigsburg Peter Gsandner

Gsandner überbrachte die Grüße des Verbandsvorsitzenden Klaus Haug. Auch Gsandner betonte in seinen Ausführungen, wie wichtig die Schwarz-Weiß-Trennung für die Gesundheit der Feuerwehrangehörigen ist. "Ihr werdet hier in Gerlingen Wege finden, die nötige Trennung herbeizuführen." Gsandner betonte weiter, dass die Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren in Leonberg, Ditzingen und Gerlingen sehr gut funktioniere. Diese Zusammenarbeit werde zukünftig insbesondere wegen der Tagesverfügbarkeit noch wichtiger.

Nach Gsandners Grußwort schloss Kasper die Jahreshauptversammlung 2019 und lud alle Anwesenden zum gemütlichen Teil ein.

Weitere Bilder