Feuerwehr der Stadt Gerlingen

10.02.2017 | 24-Stunden täglich voll einsatzbereit

139. Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Gerlingen

Bei der 139. Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Gerlingen gab es neben den Berichten wieder zahlreiche Ehrungen und Beförderungen. Steffen Schilling und Thomas Höschele wurden mit der Ehrenmedaille der Stadt in Bronze ausgezeichnet.

Bericht des Kommandanten


Zur 139. Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Gerlingen konnte Kommandant Andreas Kasper neben den Feuerwehrkameraden zahlreiche Gäste begrüßen, unter ihnen Bürgermeister Georg Brenner, Vertreter des Gemeinderates, der Verwaltung, der Werkfeuerwehr Bosch Gerlingen-Schillerhöhe, der Polizei und des DRK OV Gerlingen.

"Wir hatten ein verhältnismäßig ruhiges Jahr 2016", hielt Kommandant Kasper eingangs seines Berichtes fest. Um die Feuerwehr zu alarmieren, genüge ein Anruf unter 112. Der Anrufer kommt bei der integrierten Leitstelle Ludwigsburg heraus, die dann die Feuerwehr losschickt. "Zum Erstaunen der Anrufer kommen dann oft vier Fahrzeuge - ein Löschzug", so Kasper weiter. Der Löschzug bestehend aus zwei Löschfahrzeugen, einer Drehleiter und einem Kommandowagen sei nach rund vier bis fünf Minuten da. Oft sei es schwierig an das Feuer heranzukommen. In den meisten Fällen verstecke es sich im Keller, in Tiefgaragen, in Wohnungen oder unterm Dach. Bei einem Brand seien die Feuerwehrleute - in Gerlingen besteht die Einsatzabteilung aktuell aus 72 Einsatzkräften, darunter fünf Frauen - Temperaturen ausgesetzt, die die Temperaturen bei einem Saunabesuch leicht um das Dreifache, kurzfristig auch um ein Vielfaches übertreffen. Zudem hätten die Feuerwehrleute bei einem Brand oft Null Sicht und es herrsche ein nicht zu beschreibender Lärm, ausgelöst durch das Feuer, umschreibt Kasper die Situation vor Ort bei einem Brand. Dass die Feuerwehr an der Einsatzstelle trotz solcher Belastungen routiniert und bestens koordiniert vorgeht, ist der hervorragenden Ausbildung und dem regelmäßigen Üben zu verdanken. "Zusammenspiel, Verlässlichkeit untereinander und das Kennen der Spielregeln ist unabdingbar", bringt es Kasper auf den Punkt.

Zum Ausbildungsgeschehen berichtete der Kommandant, dass in Gerlingen im vergangenen Jahr 21 Anwärter an einer 85-stündigen Grundausbildung teilgenommen haben, 13 Feuerwehrangehörige waren bei einem 35-stündigen Truppführer-Lehrgang und der jährlich rund 40 Stunden umfassenden Truppmann-Ausbildung. Hinzu kam für einige Kameraden die Ausbildung zum Atemschutzträger und für 42 Feuerwehrangehörige eine gemeindeübergreifende Ausbildung zusammen mit fünf Nachbarwehren sowie weitere Lehrgänge etwa zur Vorgehensweise bei Verkehrsunfällen, beim Umgang mit der Drehleiter, etc. Die Übungen der Gerlinger Feuerwehr kommen noch hinzu.

Insgesamt sei die Gerlinger Feuerwehr im vergangenen Jahr 105 Mal alarmiert worden. In 29 Fällen waren es Brandeinsätze, 58 Mal wurde die Wehr zu Hilfeleistungseinsätzen gerufen und 17 Mal waren es blinde, böswillige oder sonstige Alarme. Das Einsatzgeschehen reicht vom voll gelaufenen Keller und überfluteten Straßen über Türöffnungen und Verkehrsunfälle bis zum Gartenhausbrand oder dem Pkw-Brand in einer Tiefgarage. Zusammen mit den standortübergreifenden Lehrgängen, die in Gerlingen stattgefunden haben, sei das Feuerwehrhaus an 365 Tagen belegt gewesen, macht Kasper deutlich. Kasper betonte weiter, dass in Gerlingen gewährleistet sei, dass ein kompletter Löschzug - also 19 Feuerwehrangehörige - 24 Stunden täglich für die Sicherheit der Bevölkerung zur Verfügung stehen. Und das ehrenamtlich. "Würden wir das nicht mehr leisten können, müsste die Stadt ihrer gesetzlichen Verpflichtung zur Sicherstellung des Brandschutzes und Vorhaltung einer Feuerwehr letztlich mit hauptamtlichen Kräften nachkommen", stellte der Kommandant fest. Daraus ergebe sich bei der Bereitstellung eines Löschzuges wie jetzt, das 60fache an Ausgaben im Vergleich zum Status Quo.

Natürlich wurde im vergangenen Jahr bei der Gerlinger Feuerwehr auch wieder die Geselligkeit gepflegt - bei verschiedenen Freizeitaktivitäten und auch beim gemütlichen Beisammensein nach Übungen und Einsätzen. Als Veranstaltungen für die Bevölkerung standen die Tage der offenen Tür oder "Der Turm brennt" auf dem Programm.

Kasper berichtete ferner, dass im vergangenen Jahr die Netzstruktur für die EDV und die Telefonanlage erneuert wurde, für die Einsatzkräfte hätte neue Schutzkleidung angeschafft werden können, die in Bälde ausgeliefert werde. Obwohl man aufgeräumt habe, fehle es weiterhin an Lagerflächen für Gerätschaften. Auch Auflagen im Umweltschutz und zum Schutz der Einsatzkräfte bedürften eines Überdenkens der räumlichen Situation. Die Geschlechtertrennung habe man mit dem Kauf eines Vorhangs behelfsmäßig gelöst. "Um das gewohnt hohe Niveau der Feuerwehr und die schnelle und zuverlässige Hilfe sicherstellen zu können, bedarf auch der Fahrzeugbestand einer stetigen Betrachtung. Eine fortlaufende Modernisierung der Technik und gelegentlicher Austausch von Fahrzeugen ist notwendig", hielt der Kommandant fest. Abschließend hielt Kasper fest, dass Gerlingen auch dieses Jahr eine Feuerwehr zur Seite stehe, die mit der ihr eigenen Ruhe die anstehenden bekannten und unbekannten Herausforderungen angehen wird. An der Stelle dankte der Kommandant auch im Namen seiner Stellvertreter Steffen Schilling und Dennis Blos allen Feuerwehrangehörigen für die geleisteten Stunden und auch für den Zusammenhalt und die gute Kameradschaft in der Gerlinger Feuerwehr.

Bericht des Jugendwartes

Jugendwart Alexander Kahrimanidis berichtete, dass die 18 Mitglieder der Jugendfeuerwehr (15 männliche und drei weibliche) auch im vergangenen Jahr bei ihren Übungsabenden (insgesamt waren es 42 Termine, davon sechs ganztägige) auf vielfältige Weise ausgebildet wurden. Ers­tes großes Highlight im Jahr sei wie immer die Christ­baum­sammel­aktion gewesen. Auf dem Programm stand ferner ein Besuch beim Rettungshubschrauber Christoph 51 in Pattonville, die Teilnahme an den Tagen der offenen Tür der Gerlinger Feuerwehr und beim 125-jährigen Jubiläum der Feuerwehr Weilimdorf. Ferner veranstaltete die Jugendfeuerwehr ein dreitägiges Zeltlager bei Heilbronn, eine Radtour, eine Filmnacht, eine "Jagd nach Mr. X" durch die Stadt und vieles mehr. "Besonders gefreut hat uns, dass alle Jugendlichen, die aus der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung übergetreten sind, die Grundausbildung zum Feuerwehrmann erfolgreich abgeschlossen haben", hielt Kahrimanidis fest. Mit derzeit 18 Mitgliedern in der Jugendfeuerwehr seien die Kapazitäten aktuell längst nicht ausgeschöpft", so der Jugendwart weiter. Wer bei der Feuerwehr reinschnuppern wolle, sei bei einem der Übungsabende (immer montags um 18 Uhr im Feuerwehrhaus, Maybachstraße 2) immer herzlich willkommen (mehr Informationen gibt es auf der Webseite der Jugendfeuerwehr (www.JF-Gerlingen.de). Abschließend dankte Kahrimanidis der gesamten Jugendfeuerwehr, den Jugendleitern, der Einsatzabteilung und der Stadt für die Unterstützung. Einen besonderen Dank sprach er dem Kommandanten und seinen Stellvertretern aus. Nach dem Wechsel habe sich einiges verändert, aber die Zusammenarbeit klappe ganz ausgezeichnet. "Wir freuen uns auf ein abwechslungsreiches Jahr."

Bericht der Altersabteilung

Der Leiter der Alterswehr, Günther Heck, berichtete wie immer sehr humorvoll über die Aktivitäten der Altersabteilung. Von den derzeit 30 Mitgliedern der Alterswehr seien zwischen zwölf und 14 Kameraden regelmäßig bei den Aktivitäten dabei. Dazu zählten wie schon in den Vorjahren der "Besentag" des Kreisfeuerwehrverbandes, die Teilnahme an den Tagen der offenen Tür, eine Lehrfahrt nach St. Blasien und Furtwangen und eine Besichtigung von Stuttgart 21. Highlight sei der Besuch des früheren Feuerwehrkameraden Wolfgang Höschele in Oberschwaben mit umfangreichem Besichtigungsprogramm gewesen.

 

 

Bericht über die Partnerschaften

Den Bericht des Partnerschaftsbeauftragten Ulrich Mogck übernahm Kommandant Kasper. Er informierte die Kameraden kurz, dass Vertreter der Gerlinger Wehr vergangenes Jahr bei den Feuerwehrkameraden in Gerlingens ungarischer Partnerstadt Tata zu Gast waren. Feuerwehrkameraden aus Gerlingens französischer Partnerstadt Vesoul seien m Rahmen der Sitzung der Partnerschaftskommission in Gerlingen gewesen. Die Sitzung sei von einem interessanten Programm begleitet worden. In diesem Jahr werden die Feuerwehrkameraden aus Tata nach Gerlingen kommen. Der Besuch findet von 3. bis 8. August statt. In Vesoul wird im Juni die umgebaute Feuerwache eingeweiht Eine Einladung dazu sei bereits eingegangen. Außerdem wird es auch wieder eine Sitzung der Partnerschaftskommission geben. Sie findet dieses Mal in Vesoul statt.

Bericht des Kassiers

Kurz und bündig fiel der Bericht des Kassiers Björn Schweda aus. Bei der Prüfung der Kasse habe es keine Beanstandungen gegeben, hielt Kassenprüfer Roger Lutz fest. Die von ihm und Christoph Maisch beantragte Entlastung erfolgte einstimmig.

Wahl des neuen Feuerwehrausschusses

Nächster Tagesordnungspunkt war die Wahl der Mitglieder des Feuerwehrausschusses für die nächsten fünf Jahre. Für die Wahl aufstellen lassen hatten sich acht Feuerwehrkameraden. Gewählt wurden von den 55 Wahlberechtigten Robert Moll, Matthias Maisch, Andreas Fänger, Tobias Müller, Rolf Schneider und Lukas Piesker (V.l.n.r.).

 

 

 

Ehrungen & Beförderungen

Weiter ging es mit den Ehrungen und Beförderungen. Marco Grund und Alexander Schopf wurden für 20 Jahre aktiven Dienst in der Feuerwehr mit der Ehrenspange in Silber ausgezeichnet sowie Christof Maisch für 30 Jahre aktiven Dienst. Hermann Höschele wurde für 50, Horst Bischoff und Willi Gohl für 55 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr eine Ehrenurkunde verliehen. Thomas Höschele und Steffen Schilling erhielten für 25 Jahre Dienst in der Feuerwehr das Ehrenzeichen des Landes. Zudem wurden sie von Bürgermeister Georg Brenner mit der Ehrenmedaille der Stadt in Bronze ausgezeichnet. Beide hätten die klassische Ausbildung bei der Feuerwehr durchlaufen und das Leistungsabzeichen abgelegt, so Brenner in seiner Laudatio. "Bleiben Sie dabei und bleiben Sie Vorbild für den Nachwuchs in der Feuerwehr", bat Brenner.
Aus der Einsatzabteilung verabschiedet wurde im Rahmen der Hauptversammlung Martin Sickinger. Verabschiedet wurden außerdem Sebastian Gottschalk und Markus Walter (Austritt), Nico Maier, Steven Waidgang und Marius Hinzel (Wegzug), Thomas Reck (war seither Mitglied in zwei Feuerwehren) und Bärbel Karsch (Mutterschutz).
Neu aufgenommen in die Gerlinger Wehr wurden Marco Chindamo, Cem Edel, Michael Hensel, Dominik Reichert, Frederic Krüger, Julia Nahm, Johannes Fahr, Florian Häusser und Andreas Kneer. Zum Feuerwehrmann/-frau ernannt wurden Marco Chindamo, Cem Edel, Michael Hensel, Carolin Keller, Michael Leitl, Trisha Morrissey, Dominik Reichert, Svenja Waldmann. Zum Löschmeister befördert wurden Jochen Häußer und Steffen Keller, zum Brandmeister Marco Grund und Alexander Schopf.
Einen besonderen Dank für ihren langjährigen Einsatz in verschiedenen Funktionen in der Feuerwehr sprach Kommandant Kasper Fabian Funk, Andreas Fänger, Jürgen Königer, Sebastian Bartling, Frank Menzel und Sven Sprang aus.

Grußwort von BM Georg Brenner

Bürgermeister Georg Brenner beglückwünschte eingangs seiner Grußworte alle Geehrten und Beförderten. "Wie nicht zuletzt die Hauptversammlung gezeigt hat, herrscht bei der Feuerwehr in Gerlingen beste Stimmung", so Brenner. "Das gibt uns ein gutes Gefühl." Die Feuerwehr leiste hervorragende Arbeit und sei für ihre Arbeit auch gut ausgestattet. "Wir wollen von Seiten der Stadt auch weiterhin dazu beitragen, dass das so bleibt", versicherte das Stadtoberhaupt. Dass die Arbeit der Feuerwehr nicht einfacher werde, habe der Brand in der Tiefgarage in der Hofwiesenstraße gezeigt. Ein Tiefgaragenbrand sei ein Einsatz, der den Feuerwehrleuten alles abverlange. "Wir hatten Glück, dass sich der Brand nicht ausgedehnt hat", so Brenner. "Das ist dem Einsatz der Feuerwehr zu verdanken und auch der guten Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren." Bei dem Brand seien auch Einsatzkräfte aus dem Umland dabei gewesen. Dieser Einsatz habe gezeigt, dass die Wehr extrem gut vorbereitet ist, weiß was sie tun muss und wo die Gefahren liegen. "Das war für mich einmal mehr ein Zeichen dafür, dass wir in Gerlingen eine sehr gut ausgebildete Feuerwehr haben, die auch solche Fälle gut meistern kann." An der Stelle wies das Stadtoberhaupt darauf hin, dass noch in diesem Jahr die Anschaffung eines neuen Kommandowagens beauftragt werde.

In Zusammenhang mit der anstehenden Sanierung des Engelbergtunnels forderte Brenner vom Land, die Feuerwehren über die Maßnahmen umfassend zu informieren. Die Feuerwehr müsse sich auf die veränderte Situation vorbereiten können. Brenner stellte weiter fest, dass auch die Feuerwehr vermehrt unter der kritischen Beobachtung der Öffentlichkeit stehe. Das mache es für die Feuerwehrangehörigen nicht einfacher, Führungsaufgaben zu übernehmen, denn in solchen Funktionen sei man dadurch zusätzlich gefordert. Auch die Tatsache, dass immer mehr Schaulustige unterwegs sind, mache die Arbeit nicht einfacher. "Das ist eine Entwicklung, die es früher so nicht gab", so Brenner. Wenn Schaulustige Aufforderungen von Feuerwehrangehörigen nicht Folge leisten, sei das absolut nicht nachzuvollziehen.

Die Gerlinger Feuerwehr sei gut aufgestellt. In der Wehr seien viele Kameraden, die schon sehr lange dabei sind und ihren Dienst mit viel Herzblut tun. Sie alle seien Vorbild für den Nachwuchs. Auch der Nachwuchs sei dank der guten Arbeit der Jugendfeuerwehr in Gerlingen gesichert. Hier gelte - die gute Mischung zwischen Jungen und Älteren macht's, so Brenner. Für die Zukunft sei auch Führungsnachwuchs da. "Wir gehen guten Zeiten entgegen", so das Stadtoberhaupt. Abschließend dankte Brenner allen Feuerwehrkameraden und wünschte ihnen, dass sie von den Einsätzen immer gesund nach Hause kommen.

Schlusswort

Danach schloss Kommandant Kasper die Jahreshauptversammlung, dankte noch einmal den Kameraden für ihren Einsatz, Feuerwehr, DRK und allen anderen Hilfsorganisationen für die gute Zusammenarbeit und der Stadt für die Unterstützung und lud alle Anwesenden zum gemütlichen Teil ein.

Text: Tommasi
Fotos: FFG/Blos