Feuerwehr der Stadt Gerlingen

238/2010
Großbrand - Lagerhalle in Vollbrand, Schwieberdingen (B5)

Statistik


Datum: 30.10.2010
Alarmzeit: 18:10 Uhr
Einsatzort: Schwieberdingen, Markgröninger Straße
Fahrzeuge: KdoW (1/1), TLF 16/25-2 (1/5), LF 16/12 (1/8), MZF(1/1), MTW (1/8)
Weitere Kräfte: 75 Fahrzeuge aus Asperg, Besigheim, Bietigheim-Bissingen, Ditzingen, Gerlingen, Hardt- und Schönbühlhof, Hemmingen, Korntal-Münchingen, Kornwestheim, Ludwigsburg, Marbach, Markgröningen, Möglingen, Murr, Remseck, Schwieberdingen, Tamm, Vaihingen/Enz, Werkfeuerwehr Bosch Schwieberdingen
Kreisbrandmeister
Bezirksbrandmeister
16 Fahrzeuge von DRK OV´s und Rettungsdienst
10 Fahrzeuge Polizei
Polizei Hubschrauber Bussard
1 Fahrzeug THW

Bericht

Ein Großbrand im Schwieberdinger Industriegebiet beschäftigte mehr als 400 Einsatzkräfte am vergangenen Wochenende. Ein ursprünglicher Containerbrand, den ein Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma gegen 18 Uhr meldete, griff auf eine 5300m² große Lagerhalle über.

In der Halle der Speditionsfirma lagerten Papierrollen, Kalender und Druckschriften sowie Umzugskisten und Möbel. Eine Brandwand war für das Feuer kein Hindernis und es breitete sich im Dachbereich weiter aus. Zahlreiche Feuerwehren aus dem ganzen Landkreis rückten mit 75 Einsatzfahrzeugen und 350 Einsatzkräften zur Unterstützung der örtlichen Feuerwehr an. Die insgesamt fünf eingesetzten Drehleitern, zahlreiche Wasserwerfer und Sonderrohre sowie ein mobiler Großventilator der Werkfeuerwehr Bosch konnten ein Ausbreiten auf den östlichen Hallentrakt und den angebauten Bürobereich aber nicht verhindern. Eine Ausbreitung auf ein Reifenlager und eine benachbarte Halle der Porsche AG konnte aber aufgrund eines massiven Wassereinsatzes gehalten werden.

Wegen der starken Rauch- und Hitzeentwicklung musste eine Hochzeitsfeier mit 800 Gästen in einer benachbarten Veranstaltungshalle evakuiert werden. Sie konnten die Feier in einer kurzfristig organisierten Ersatzhalle fortsetzen.

Aufgrund der nicht ausreichenden Wasserversorgung pendelten zahlreiche Tanklöschfahrzeuge zu unterschiedlichen Wasserentnahmestellen. Einsatzkräfte bauten 1500 m lange Doppelleitungen zum Wasserturm nach Markgröningen sowie im Stadtgebiet von der Glems zur Einsatzstelle. Ebenfalls wurden die beiden Wasserreservoire der Firma Bosch angezapft, welche kontinuierlich Wasser nachspeisten. Zudem mussten aufgrund der geographischen Lage mehrere Verstärkerpumpen eingesetzt werden. Die Bodenseewasserversorgung erhöhte außerdem den Wasserdruck im Bereich rund um Schwieberdingen.

Die mitgeführten Atemschutzgeräte der Löschfahrzeuge sowie der Abrollbehälter Atemschutz des Landkreises Ludwigsburg stellten den Einsatz der fast 80 Einsatzkräfte unter schwerem Atemschutz sicher.
Gegen 22.30 Uhr hatten die Feuerwehren den Brand unter Kontrolle, die Lagerhalle war zu diesem Zeitpunkt größtenteils eingestürzt.

Drei Notärzte und 65 Angehörige des Roten Kreuzes waren zur Absicherung der Einsatzkräfte vor Ort. Sie versorgten die Einsatzkräfte mit Getränken und warmen Mahlzeiten. Zudem mussten zwei leicht verletzte Feuerwehrmänner behandelt werden.

Der Gerätewagen Messtechnik führte im Umkreis der Einsatzstelle Schadstoffmessungen durch, eine Gefährdung der Bevölkerung durch die starke Rauchentwicklung konnte aber ausgeschlossen werden.

Die Ermittlungen zur Brandursache übernahmen Beamte der Kriminalpolizei Ludwigsburg, die Höhe des entstandenen Sachschadens geht in die Millionen. Die Nachlöscharbeiten dauerten am Montag mittag noch an.

Die Gerlinger Feuerwehr war unter anderem im Bereich der Bundesstraße 10 als Verstärkerpumpe in die Wasserförderung eingebunden. Das Tanklöschfahrzeug transportierte im Pendelverkehr Löschwasser zur Einsatzstelle. Des weiteren waren die Gerlinger Atemschutzgeräteträger mit ihren Langzeit-Doppelflaschengeräten, die ursprünglich für den Tunneleinsatz beschafft wurden, zur Brandbekämpfung eingesetzt.

Für die Gerlinger Einsatzkräfte war der Einsatz am Sonntag gegen Mittag beendet.

Bilder

 

 

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